t3S-Prozess: Wirtschaftlicher großserienfähiger Produktionsprozess für biegebeanspruchte 3D-konturierte thermoplastische SandwichstrukturenSchwerpunkt der Arbeiten der ESF-geförderten Nachwuchsforschergruppe t3S ist die Entwicklung eines innovativen Fertigungsprozesses für Faser-Kunststoff-Verbunde. Innerhalb des interdisziplinär angelegten dreijährigen Forschungsprojektes sollen die technischen, ökologischen und ökonomischen Potentiale dieser neuartigen Leichtbautechnologie erschlossen werden. |
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PROJEKTDATEN
SCHWERPUNKTE
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Teilprojekt 1: Heißpressbasierter Teilprozess I
In Teilprojekt 1 stehen neben der Ermittlung mechanischer Kennwerte von faserverstärkten thermoplastischen Sandwichstrukturen systematische Analysen zur mechanischen 3D-Konturierung des thermoplastischen Wabenkernhalbzeuges im Fokus der Betrachtung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bestimmung der Prozessparameter zur stoffschlüssigen Verbindung von Kern und Deckschichten sowie einer hinterdruckten Polymer-Dekorfolie.
Teilprojekt 2: Spritzgießbasierter Teilprozess II
Innerhalb des Teilprojektes 2 liegt der Fokus auf der Analyse der Umspritzbarkeit der t3S-Einlegeteile sowie der stoffschlüssigen Anbindung von Lasteinleitungs- und Verbindungselementen. Die mechanischen Eigenschaften der hochkomplexen t3S-PII-Strukturen des Spritzgießprozesses werden anhand exemplarischer Probekörper quantifiziert.
Teilprojekt 3: Konstruktion/Simulation
Ziel des Teilprojektes 3 ist die Simulation und Auslegung von t3S-Strukturen. Die Basis für die strukturmechanische Simulation ist die Entwicklung geeigneter FE-Modelle, mit Hilfe derer das Steifigkeits- und Festigkeitsverhalten der Bauteile abgeschätzt und optimiert werden kann. Hierbei muss sowohl die Dickenvariabilität des Kerns als auch die mechanischen Eigenschaften der Deckschichten berücksichtigt werden. Des Weiteren ist in Teilprojekt 2 das Umspritzen der Sandwichstrukturen vorgesehen. In diesem Zusammenhang wird durch Füllsimulationen das Fließverhalten der Schmelze analysiert und bei Verwendung faserverstärkter Kunststoffe die resultierende Faserorientierung ermittelt.
Teilprojekt 4: Projektbegleitendes Controlling
Gegenstand des Teilprojektes 4 an der Professur Unternehmensrechnung und Controlling ist die Erarbeitung eines Systems zur Beurteilung und Steigerung des Lebenszykluserfolgs von Leichtbauanwendungen. Zielsetzung ist die Entwicklung eines Modells, das in frühen Entwicklungsphasen eine Abschätzung der technologiespezifischen Bauteileigenschaften, Herstellkosten, Lebenszykluskosten und -erfolge ermöglicht, sowie zur Unterstützung von FKV-Technologieentscheidungen eingesetzt werden kann. Nach der Analyse von Kostentreibern bei Materialsubstitutionen wird ein Rechensystem zur Beurteilung des Lebenszykluserfolgs und zur vergleichenden Lebenszykluskostenanalyse von Leichtbauanwendungen (Lebenszyklusrechnungen) konzipiert. Im weiteren Verlauf des Forschungsprojektes wird das Modell zur gezielten Gestaltung des Lebenszykluserfolgs um einen Target-Costing-Ansatz sowie ein Kennzahlensystem zum entwicklungsprozessbegleitenden Controlling erweitert.
Im Rahmen der Nachwuchsforschergruppe „t3S-Prozess“ werden Sandwichbauteile, bestehend aus endlosfaserverstärkten thermoplastischen Deckschichten mit einem strukturierten und dreidimensional konturierten Wabenkern, für Strukturbauteile eingesetzt. Innerhalb des Vorhabens sind zum einen eine Fahrradrahmenkomponente für ein vollgefedertes Mountainbike und zum anderen eine Automobilsitz-Lehnenstruktur als Technologieträger gewählt.
Ziel der numerischen Simulation ist die Berechnung der mechanischen Eigenschaften von ebenen thermoplastischen Sandwichstrukturen. In dieser Projektarbeit wird mittels einer Sensitivitätsanalyse beispielsweise der Einfluss von der Zellgröße und der Zellwandstärke der Wabenkernkomponente untersucht. Hierfür ist eine geeignete Methode eines homogenisierten oder heterogenen Berechnungsmodells zur Abbildung der Sandwichstruktur in dem FE-Programm ANSYS Workbench zu erarbeiten. Die Validierung erfolgt an Probekörpern, welche im Rahmen der Arbeit ebenso definiert werden wie der detaillierte Prüfaufbau adäquater Prüfverfahren für Kernschichtverbunde.
Das Projektteam profitiert von den technologischen Möglichkeiten der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung. Im Rahmen des Projektes wurde zusätzlich folgende technische Ausrüstung angeschafft: